Sonntag, 22. Januar 2012

On Hold



Während sich Flora gedanklich bereits auf ihre Zwillinge einstellt (ach, ich liebe diesen Blog), heisst es bei uns erst mal warten. Ich habe letzte Woche alle Befunde, die bis dahin eingetrudelt sind nach Brüssel weitergeleitet. Und mal vorsichtig nachgefragt, wie es denn bezüglich unserem PGD-Test aussieht. Bei unserem Termin im Oktober hiess es ja, dass wir im Februar mit einem ersten Versuch rechnen könnten. Na, Februar ist bald und fragen kostet ja nichts (was eher ungewöhnlich ist in diesem Krankenhaus, denn eigentlich kostet alles gleich was... ).

Jedenfalls kam einen Tag später die Antwort aus der Genetik, dass der Test bis auf weiteres nicht verfügbar ist. Ich musste dann gleich selbst noch bei der Dame, die die ICSI's einplant anrufen und unseren geplanten Termin für Februar absagen. Sie hat uns deshalb auf "on hold" gestellt. Ich hatte ja eigentlich schon damit gerechnet, die grosse Enttäuschung blieb als vorerst aus. Allerdings bedeutet das jetzt, dass wir nicht auf einen Termin hinfiebern, sondern damit völlig in der Luft hängen. Kann sein, dass wir nächste Woche den ersehnten Anruf bekommen, oder erst Ende des Jahres?! Wer weiss das schon. Wir lassen uns überraschen. Ein kleines bisschen kommt es mir aber so vor, als ob mein ganzes Leben aktuell nur aus Warten besteht, nicht nur was das Thema Kinderwunsch betrifft.

Dafür gute Nachrichten von der Kofferfront: Der Koffer bleibt weiterhin verschollen, aber Airline und Gepäckversicherung haben eine Entschädigung überwiesen. Der Koffer samt Inhalt hatte recht genau einen Wert von 600 Euro und 560 Euro davon wurden mir ersetzt. Damit kann ich das Thema eigentlich guten Gewissens abschliessen.

Dienstag, 8. November 2011

Wir feiern

Der Anruf des Urologen lässt recht lange auf sich warten, erst gegen 20:00 Uhr als wir schon nicht mehr damit rechnen, klingelt das Telefon. P. war irgendwie den ganzen Tag nervös, die Werte sind ihm echt wichtig. Und siehe da: Es gibt Grund zu feiern! Die Spermaanzahl ist deutlich über dem Durchschnitt und auch sonst ist alles in Ordnung, wir bekommen die Befunde bald zugeschickt. Der Arzt war sehr interessiert an der Geschichte mit Brüssel und besonders deshalb, da er selbst einen Patienten mit Kennedy betreut. Die Welt ist klein, ich kenne in unserer Umgebung eigentlich niemanden, der sonst betroffen ist. Zum Abschied höre ich, wie er P. noch "Toi, Toi, Toi" übers Telefon wünscht und gleich nochmal "Alles Gute" und noch ein engagiertes "Viel Glück" hinterher. Wir hatten bis jetzt wirklich tolle Ärzte und keiner stört sich im geringsten daran, was wir vorhaben. Ganz im Gegenteil, die Mediziner wollen das alles genau wissen und finden das fast noch spannender als wir. Ich hoffe, wir können dem Urologen irgendwann gute Nachrichten überbringen.

Auch bei der Frauenärztin lief alles gut. Das Entfernen der Spirale ist im Vergleich zum Einsetzen ein Klacks. Ich sollte einfach kurz einen Hustenanfall bekommen und schwups, war die Spirale auch schon draussen. Irgendwie hatte ich dann auch das Gefühl, dass ich die Stimulation nochmals mit meiner Frauenärztin absprechen könnte, denn bisher war ich immer davon ausgegangen, dass das nur das Kinderwunschzentrum übernehmen kann. Aber das war wohl ein Missverständnis, denn die Frauenärztin macht das natürlich auch und ich bin überglücklich! Da ihre Ordination ja in unmittelbarer Nähe zu meinem Arbeitsplatz liegt, fällt das weniger auf, wenn ich morgens schnell zum Blut abnehmen oder zum Ultraschall zu ihr verschwinden muss. Nur an Wochenenden springt das Kinderwunschzentrum ein, also alles wunderbar!

Gute Nachrichten rundherum, aber den besten Kollegen anrufen und mit der Spermaanzahl angeben geht ja auch nicht, noch weiss im Freundeskreis keiner Bescheid und das fällt dann eindeutig in die Kategorie "too much information" also feiern wir bescheiden mit einem gemütlichen Abend zuhause.

Montag, 7. November 2011

Mission Monday

Heute haben wir beide getrennt voneinander Aufgaben zu bestehen. Einer von uns im wahrsten Sinne des Wortes.

Ich habe das Glück, dass ich selbst nicht viel zu meiner Aufgabe beitragen kann. Ich werde einfach nur kurz bei meiner Frauenärztin vorbeischauen, um mir wie besprochen die Spirale entfernen zu lassen. Fast zwei gute, gemeinsame Jahre liegen hinter uns. Ich bin ein grosser Befürworter geworden und wundere mich, dass sich noch so viele Frauen mit der Pille rumschlagen, wenn es bessere Alternativen gibt. Ab heute zähle ich auch wieder zu diesen Frauen, denn mindestens bis Februar darf ich wieder täglich zur Tablette greifen.

Den härteren Part (oh diese schönen Wortspiele) hat heute aber P. gerade hinter sich gebracht. Die grosse Schwimmprüfung für seine Jungs! Wir warten gespannt auf den Anruf, ob denn alles in Ordnung ist. Vom Termin selbst bekomme ich nur die nötigsten Informationen (und nein, auch keine Fotos für den Blog heute ;)). Spass macht die Geschichte scheinbar nicht wirklich und die Magazine, die der Urologe aus der untersten Schublade (na wirklich, wenn das nicht genug Wortspiele für einen Tag sind) sind auch nicht gerade hilfreich (O-Ton: Damals war Rasieren wohl noch nicht Mode). Wir nehmen die Geschichte wie immer mit Humor und stellen uns vor wie P. beim nächsten Mal mit einem Stapel eigener Magazine aufläuft oder noch besser wie er fragt, wo er denn seinen Laptop zum Video kucken anstecken kann. Das nächste Mal findet dann ja wahrscheinlich in Brüssel statt, vielleicht sind die ja besser gerüstet.

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Alltag


Etwas komisch ist das schon, nach all diesen Gesprächen wieder einfach so im Büro zu sitzen und so zu tun, als würde man sich nicht gerade mit Familienplanung auseinandersetzen. Irgendwie fragt aber auch niemand nach, was ich am langen Wochenende gemacht habe, also bin ich eigentlich ganz froh, das Wort Brüssel nicht erwähnen zu müssen. Wär ja doch irgendwie komisch, wenn ich dann im Februar sagen müsste, dass es uns so gut in Brüssel gefallen hat, dass wir da gleich wieder hinfahren. Das bleibt mir damit erspart. Meine Frauenärztin hat noch Herbstferien, da melde ich mich dann Anfang nächster Woche, um den Termin wegen der Spirale zu vereinbaren. Ansonsten heissts dann wohl einfach abwarten, bis wir Nachricht aus Brüssel bekommen. Ich werde mir die Zeit wahrscheinlich mit dem ein oder anderen Buch zum Thema Kinderwunsch und künstliche Befruchtung verkürzen, jetzt wird’s ja doch schneller konkret als erwartet. 

Der Flughafen meldet sich noch per Mail, nach dem ich Ihnen geschildert habe, dass Teile meines Gepäcks aufgefunden wurden. Sie können sich das auch nicht wirklich erklären und ich soll Ihnen detaillierte Listen über den restlichen Inhalt zukommen lassen. Mal schauen, ich glaube nicht mehr daran, dass ich meinen Koffer je wieder sehe. 

Am Abend sehen wir uns gemeinsam wieder mal den Bericht Die Babymacher aus Belgien an. Das alles wirkt jetzt ganz anders auf uns, wo wir das Gebäude und vor allem Dr. Verpoest kennen. Leider ist der Bericht nach 4 Minuten fertig, wir könnten uns stundenlange Dokumentationen darüber ansehen. Das ist alles so interessant und aufregend.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Finderlohn


Am Vormittag weder eine Info auf der Tracking-Seite fürs Gepäck noch ein Anruf. Das mulmige Gefühl wird stärker. Gedanklich bin ich alles durchgegangen. Der Kofferinhalt lässt sich ersetzen. Jeans, T-Shirts, Kosmetik, zwar schade um die schönen Einkäufe beim HEMA ;) …aber die Unterlagen… 

Meine Schwester meldet sich telefonisch aus dem Büro und berichtet vom Katzen-Sitting und ich im Gegenzug von den wichtigsten Eckpunkten unserer Reise. Kurz darauf bekomme ich einen Anruf einer unbekannten Telefonnummer. Ich gehe davon aus, das mich der Flughafen informiert, wunderbar! Aber dem ist nicht so. Eine Frauenstimme fragt mich, ob ich gestern wohl mit ihr auf dem Flug ab Amsterdam war. Dann für mich im ersten Moment unerklärlich: Sie hat heute früh im Seitenfach ihrer Tasche meine Unterlagen entdeckt. Teilweise nass, verschmutzt und die Mappe beschädigt. WIE BITTE? Ich versteh nur Bahnhof und erst langsam wird mir klar, was sie mir da zu erklären versucht. Natürlich ist auch sie komplett erstaunt wie das geht. Hat aber tapfer meine Telefonnummer aus den Unterlagen rausgesucht, dabei festgestellt, dass wir am gleichen Tag Geburtstag haben (aha, also gründlich gelesen ;)) und mich zum Glück informiert. Sie wohnt und arbeitet nicht allzu weit entfernt, etwa 40 Minuten Fahrzeit, also verabrede ich mich sogleich für den Nachmittag mit ihr. Ich bin sprachlos. Offensichtlich wurde mein Koffer beschädigt, aber warum um Himmels Willen werden ausgerechnet meine medizinischen Unterlagen einfach ins Gepäck von jemand anderem gestopft? Das ist doch nicht zu fassen. 

Hin und hergerissen – froh, dass ich wohl meine Unterlagen wieder sehe, etwas peinlich berührt, dass diese in fremden Händen sind und eigentlich unglaublich sauer, dass so etwas überhaupt passieren kann – mache ich mich also auf den Weg. Besorge unterwegs noch ein Dankeschön für die ehrliche Finderin und bin pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt am Ziel. G. kommt kurz darauf auf mich zu, sie ist etwa in meinem Alter und unglaublich freundlich. Sie händigt mir eine Tasche mit den Unterlagen und den Zeitschriften aus Amsterdam aus und ich sehe kurz durch, auf den ersten Blick scheint tatsächlich alles da zu sein, auch die ganzen Unterlagen, die ich nur lose in die Mappe gesteckt hatte. Es handelt sich um den gesamten Inhalt, den ich im Seitenfach meines Koffers untergebracht hatte. Ich bin unglaublich erleichtert, auch G. spürt das, sie ist ebenfalls froh, dass sie helfen konnte. Da ich gleich wieder los muss, verabschieden wir uns. Sie ist wirklich sehr herzlich und als sie mir zuzwinkert und mir viel Glück wünscht, ist mir auch klar, dass sie natürlich weiss, was Sache ist. Der Heimweg fällt mir viel leichter. Zuhause stelle ich fest, dass evtl. 1-2 Seiten fehlen, nichts Dramatisches. Vermutlich die Seiten, die ganz oben lagen, man sieht dass die darunter noch nass sind, die anderen waren also wahrscheinlich nicht mehr zu retten, sind sicher rausgefallen. Und der Reiseführer ist weg. Kein grosser Verlust. Die Mappe sieht aber tatsächlich so aus, als wäre was drübergefahren. Was da wohl passiert ist?

Egal. Erleichterung. Die anderen Sachen werden vielleicht gefunden oder auch nicht. Am Abend berichte ich meinen Schwestern und meinem Schwager vom Erlebten. Vor allem die Details aus Brüssel. Mein Schwager kann nicht genug davon bekommen, er würde am liebsten nochmal alles durchlaufen, er hat sehr emotionale Erinnerungen an das Ganze und freut sich entsprechend über unsere Berichte. Er ernennt sich selber zum Projektpaten. Schön, dass die Familie so mitlebt. Mama ist leider gerade auf Urlaub, ihr werden wir anschliessend sicher auch ausführlich berichten können.

Der Heimweg



Das Taxi bringt uns entgegen aller Befürchtungen in kürzester Zeit zum Flughafen. In die Gegenrichtung hätte es ordentlich gestaut, also gibt es den Verkehr vor dem wir gewarnt wurden wirklich, aber zum Glück nicht Richtung Flughafen. Wir liegen sehr gut in der Zeit und geben erstmal unser Gepäck ab. Da ich die Unterlagen jetzt nicht brauche und meine Handtasche sonst so schwer ausfällt, packe ich noch alles in den Koffer. Das werde ich noch bereuen.

Wir vertreiben uns aber weiterhin sorglos die Zeit am Flughafen, kaufen noch eine Schneekugel für die Sammlung meiner Nichte und was zu Essen für später. Dann sitzen wir am Gate herum, ärgern uns ein bisschen, weil der teure Direktflug nach Hause gerade direkt gegenüber abfliegen würde, aber irgendwann ist es dann doch soweit und wir treten wieder den Hopser nach Amsterdam an. Der Flug ist wirklich kurz, aber es ist einfach schön, über die ganzen Lichter der Städte unter uns zu fliegen. In Amsterdam vertreiben wir die Zeit mit etwas Shopping und dann verspeisen wir die Sandwiches aus Brüssel. Der Flug verläuft komplett im Dunkeln und etwas bumpy. Soviel bumpy mag ich. Wir lesen die Zeitschriften und dann sind wir auch schon da. 22:25 Uhr wie geplant. Steigen aus. Gehen zum Gepäckband. Warten. Warten. Warten vergeblich. Jedenfalls auf meinen Koffer. Den Koffer mit den Unterlagen.

Also melden wir den Koffer beim Lost&Found Schalter als vermisst. Die Dame wundert sich etwas, da sie im Normalfall wohl bereits eine Meldung vorliegen hat, wenn der Koffer zb. noch in Amsterdam liegt. Da wir uns in der Dunkelheit keine grossen Hoffnungen auf eine erfolgreiche Suche nach dem Koffer machen können, geben wir alle erforderlichen Informationen an, damit der Koffer identifiziert werden kann und mir nach erfolgreichem Auffinden zuhause zugestellt werden kann. Nur leicht beunruhigt, so ein Koffer kann ja nicht verschwinden, ist ja nichts Wertvolles/Diebstahlswertes darin enthalten, treten wir den Heimweg an. 

Und brechen ihn auch gleich wieder ab. Das Parkticket ist auch im Koffer. Das lässt sich zum Glück an der Servicestelle leicht beheben, die Autonummern werden beim Einfahren in die Parkgarage aufgezeichnet und damit erhalten wir direkt ein neues Parkticket. Auch ohne Aufpreis, da ich ja den Verlust des Kofferes bereits nachweisen kann. Nachts um 12 und damit deutlich später als erwartet fahren wir aus der Parkgarage. Die 75 Minuten nach Hause sind dann zum einen geprägt von Kofferdiskussionen, aber auch entsprechend ermüdend im Dunkeln bei wenig Verkehr. Also übernehme ich nach der Hälfte der Zeit das Lenkrad. Zuhause angekommen sind auch die Katzen nicht beleidigt, damit war der Kurztrip insgesamt wohl sehr erfolgreich. Hundemüde fallen wir in unser Bett. Herrlich. Zuhause. Und schlafen erstmal aus.

Dienstag, 25. Oktober 2011

Dr. Verpoest


Wir folgen der gelben Linie vorbei an der Cafeteria und gelangen in den blauen Bereich. In der Abteilung der Reproduktiven im zweiten OG melden wir uns wieder an. Hier bekommen wir direkt die Rechnung für die folgenden Gespräche in die Hand gedrückt und die Aufforderung, diese im Erdgeschoss zu begleichen. Nochmal 175,- Euro. Dann nehmen wir Platz im Wartebereich und warten auf Dr. Verpoest. Hier sitzen auch bereits die bekannten Paare aus der Genetik, hier werden heute also alle durch die gleiche Prozedur geschleust. Wir haben das Gefühl, dass unsere Termine etwas schneller ablaufen, ich glaube wir sind gut informiert. Trotz dieser offensichtlichen Massenabfertigung fühlen wir uns aber sehr gut aufgehoben und auch sehr persönlich betreut. Das wird sich auch bei den restlichen Terminen noch bestätigen.

Dr. Verpoest ist jünger als erwartet und ebenfalls sehr sympathisch und freundlich. Auch er verzichtet wie wir bisher auf sein Mittagessen. Er bespricht den eigentlichen Ablauf der Stimulation und künstlichen Befruchtung mit uns kurz durch. Die Details sollen uns später von Schwester Karen erklärt werden. Ich gebe ihm die ganzen Unterlagen, hormonelle Werte und  Ultraschall-Befund und schildere ihm kurz, dass ich das mit der Spirale dann beheben lassen werde. Ja, wie, beheben lassen? Die Spirale muss raus. Wir sind überrascht, wir legen praktisch tatsächlich schon los, also bedeutet, wenn wir im Februar einen Versuch starten wollen, dann muss die Spirale jetzt raus, damit eine eventuell durch die Entfernung verursachte Entzündung abheilen kann. Also werde ich meine Frauenärztin nach der Rückkehr gleich damit beauftragen. Das geht ja alles wirklich viel schneller als erwartet. Die Verhütung wird dann wieder mal die Pille übernehmen, was auch der terminlichen Abstimmung zu gute kommt, je nach Termin kann ich dann die Pille einfach durchgehend bis zum Beginn der Behandlung einnehmen und wir müssen nicht den tatsächlichen Zyklus abwarten. Die Ergebnisse von P. werden wir dann nachreichen sobald verfügbar. Der Termin geht wiederum sehr schnell vorbei, es ist trotzdem schon 14:00 Uhr und damit bereits Zeit für unseren vereinbarten Termin mit Schwester Karen.

Karen Van den Brande bespricht mit uns dann den Ablauf der Stimulation und Befruchtung im Detail. Also im Vergleich zu Bienchen und Blümchen kommt da einiges auf uns zu. Erstmal künstliche Menopause dank Nasenspray (Synarela) und damit schlechte Laune auf Rezept. Das wird etwa 2-3 Wochen dauern, ein Bluttest soll dann ermitteln, ob die Stimulation erfolgen kann. Für die Stimulation hat mir Dr. Verpoest Gonal F verschrieben, das werde ich mir dann selbst per „Kugelschreiber“ spritzen dürfen. Nach knapp 2 Wochen sind dann hoffentlich genügend und ausreichend grosse Eizellen vorhanden. Diese Phase wird einfach bei uns im Kinderwunschzentrum per Ultraschall überwacht und wenn dann das OK aus Brüssel kommt, werden wir per hCG Spritze den Eisprung auslösen. Dieser Zeitpunkt wird genau von Brüssel vorgegeben und anschliessend bleiben uns 36 h bis zum Pick-up in Brüssel, also der Eizellenentnahme. 

Falls wir dann nur noch aus überteuerten Flügen auswählen können, müssen wir wohl die lange Fahrt nach Brüssel per Auto auf uns nehmen. Aber das sehen wir dann, wenns soweit ist. Für diese Phase und die zwei Wochen, bis eine Schwangerschaft tatsächlich nachgewiesen werden kann, stehen dann nochmal unzählige Medikamente auf dem Plan, ich hoffe, wir bekommen das dann alles richtig hin, aber die in unserem Kinderwunschzentrum werden mir da sicher nochmal auf die Sprünge helfen können. Nachdem sie uns den Ablauf erklärt hat, müssen wir noch einige Formulare unterzeichnen. Wir müssen entscheiden, was mit unbrauchbaren Embryonen passiert (ab zur Forschung) und ähnliches. Sie holt uns noch die Unterlagen, mit denen wir jeweils von zuhause aus die Werte übermitteln können und gibt uns Bescheid, dass sie uns definitiv für Februar eingeplant hat, vorausgesetzt natürlich, dass die Genetik bereit ist. Aber hier scheinen alle sehr zuversichtlich. 

Dann sind auch hier keine Fragen mehr offen und wir machen uns wieder auf den Weg in den gelben Bereich zur Blutabnahme. Die ist nicht weit von der Genetik. Wir lassen uns zur Abwechslung wieder mal stechen. Mit diesem Blut soll dann der Test entwickelt werden. Wir holen noch das Gepäck, dass wir im Sekretariat deponiert haben und verabschieden uns (mit den Worten – we left blood and lots of money, so everything should be fine) und finden direkt vor dem Eingang ein Taxi.
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